Von der WhatsApp-Gruppe auf den Hang – unser Toplande-Training mit Cedric Hofer28.-2-1.3 2026 | Laax & Vogesen | Lukas Bischof

Was bei den X-Alps und auf Instagram so lässig aussieht – Schirm aufziehen, Hang im Vollgas anfliegen, Tauchen, Flaren, punktgenau im Stehen aufsetzen – ist in Wirklichkeit eine Disziplin, die Übung, Technik und eine gute Portion Demut erfordert. Genau deshalb: Top- und Hanglanden lernen, unter Anleitung von Cedric Hofer.

Von 22 auf 4 – die Realität hinter der WhatsApp-BegeisterungIn der WhatsApp-Gruppen-Anmeldung hatten sich vorab zweiundzwanzig Interessierte gemeldet. Klingt nach einem vollen Kurs. Die Realität sah dann etwas anders aus: Viele hatten ihr „Dabei!“ eher als loses Interesse gemeint denn als verbindliche Anmeldung.

Dazu kam, dass wir uns erst am Freitagabend nach Prüfung der schwierigen Wetterprognosen für Laax als Fluggebiet entschieden haben – und die spontane Fahrt in die Ostschweiz war dann doch nicht für jeden machbar. Zwei aus der Gruppe waren bereits am Vorabend ins Berner Oberland gefahren.  Am Samstag standen wir zu viert am Startplatz. Aber: manchmal sind kleine Gruppen die besseren :wink:

Samstag in Laax – im Schnee übt sich’s sicherBei großartigem Wetter machten wir uns mit dem Gelände vertraut. Cedrics YouTube-Video zur Lernprogression hatten die meisten schon vorab geschaut – das half enorm als gemeinsame Basis.Die erste Übung: Proxyfliegen am Hang. Schirm anbremsen, schießen lassen, kurz vor dem Boden abfangen und wieder weg vom Hang. Das Schöne an Laax: Man konnte starten, an die Waldgrenze fliegen, in der Thermik aufdrehen und dann zum Üben wieder zurückkommen. Und der Schnee machte das Ganze wunderbar risikoarm. Wie nicht zu vermeiden, haben sich zwei von uns haben sich beim Proxyfliegen mal verschätzt und steckten dann im Schnee – aber das Schlimmste daran war der fünfzehnminütige Fußmarsch zurück zum Startplatz.

Im Laufe des Vormittags haben wir uns dann an echte Hanglandungen herangetastet in fünfundvierzig Grad zum Hang: Erst nur mit starkem Bremseinsatz, später dann mit Beschleunigereinsatz dazu. Fünf bis sechs Flüge schaffte jeder an diesem Tag – und mit jedem Flug wurde die Abfolge klarer.

Sonntag in den Vogesen – neues Gelände, neue GesichterÜber Nacht drehte das Wetter: Die Prognose für die Ostschweiz war schlecht, dafür kündigte sich in den Vogesen nach Frontdurchzug ein Tag mit Hammerthermik an. Also Planwechsel – raus an den Treh.


Statt Schnee empfing uns dort weiche Wiese, und statt vier waren wir zu acht: Fünf neue Teilnehmer stießen dazu. Jeder übte in der Progressionsstufe, mit der er oder sie sich wohlfühlte. Den absoluten Rekord des Tages stellte Henning auf, der wie eine Maschine startete und landete – vermutlich über zehn Starts und Landungen an einem Tag.

Cedric – der richtige Mann für dieses TrainingEin Wort zu Cedric Hofer: Als Vollblutpilot, Streckenflugcrack (Glückwunsch zu den 200km am Tag drauf!) und Fluglehreraspirant aus der Schweiz bringt er nicht nur das technische Wissen mit, sondern vor allem die richtige Haltung. Entspannt, präsent, begeistert und unterstützend – so lässt sich sein Coaching am besten beschreiben. Er hatte die Gruppe jederzeit im Blick, freute sich sichtbar über jeden Fortschritt und schaffte eine Atmosphäre, in der man sich traute, auch mal etwas Neues zu probieren.

Was bleibtDas größte Learning des Wochenendes: Die Abfolge beim Toplanden wirklich verstanden zu haben – nicht nur als Theorie, sondern als Bewegung, die sich mit jedem Flug natürlicher anfühlt. Und die Erkenntnis, dass Training im Schnee ein fantastisches Umfeld bietet, um auch riskantere Manöver zu üben, ohne sich Sorgen um Verletzungen machen zu müssen.

Die Idee steht: Im nächsten Winter wollen wir das Ganze wiederholen – am liebsten wieder im Schnee, zum Beispiel in Lenk.

Mehr von Cedric Hofer gibt es auf seinem YouTube-Kanal: Cedric auf YouTube

Vielen Dank an Lukas Bischof für die Organisation und Durchführung!